Familie fasziniert in all ihren Facetten

Dienstag, 14. Februar 2017

Klingen - Zu einem ländlichen Seminar mit dem Thema "Familie fasziniert in all ihren Facetten“ lud kürzlich die katholische Landvolkgemeinschaft im Dekanat Aichach ein. Vorsitzende Ulrike Meitinger begrüßte im Gasthaus Büchel  Referent Ulrich Berens von der Ehe- und Familienseelsorge im Bistum Augsburg, Außenstelle Donauwörth.

Ulrich Berens  war Referent für Jugendarbeit sowie Gefängnisseelsorger, bevor er im Jahr 2003 die Familienberatung für die Dekanate Dillingen, Donauwörth und Nördlingen übernahm.  „Ich bin mit Leib und Seele Theologe“, sagte Berens.

„Heute unternehmen wir eine kleine Reise durch die Familiengeschichte. Mit Ihnen haben wir einen großen Expertenstammtisch“, leitete der Pastoralreferent das Seminar ein. Er fragte die Teilnehmer: „ Welche Sprichwörter kennen Sie aus Ihrer Herkunftsfamilie?“ Als Antwort folgte unter anderem „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“.  Berens  war der Ansicht, dass diese Sprichwörter auf ein Programm in der Familie schließen ließen. Denn keine Familie ist wie die andere. „Sie kann einzig schön, aber auch belastend sein.“  Und jeder trage ein Bild von der Idealfamilie in sich. Mittels Familienbildern von der Romantik bis zur Gegenwart sollten die Anwesenden die Stellung der einzelnen Mitglieder innerhalb der Familie herausarbeiten. Diese war früher anders als heute. Das Bild von der Familie hat sich vor allem in den letzten 50, 60 Jahren stark verändert. Die Gründe hierfür liegen unter anderem in den besseren Bildungsmöglichkeiten, der Industrialisierung, der  Globalisierung und in  der „irren“ Mobilität. Aber auch der Umgang mit den Kindern ist ein anderer geworden. Beim Abschied heißt es weniger „Benimm dich anständig“, sondern „Viel Spaß.“  Und zudem hat sich der Bezug nach außen  („Was denken und sagen die Leute über uns?“) verändert. Berens zog stets einen Vergleich zu früher, der bis in die Römerzeit reichte. Großeltern haben heute eine andere Rolle inne als das früher der Fall war. „Dieses Privileg bröckelt allerdings, weil arbeitsbedingt oftmals der Wohnort der Familie nicht mehr identisch mit dem der Großeltern ist“, erklärte der Referent. Auch finde man heute neue Lebens- und Partnerschaftskonzepte vor, wie etwa Patchworkfamilien. Auch auf die Haltung der Kirche bezüglich einer Differenzierung innerhalb der heutigen Familienformen ging der Theologe ein. „Wir haben einen menschenfreundlichen und barmherzigen Papst.“

Ulrich Berens ließ letztendlich keinen Zweifel aufkommen: „Die Familie ist die beständigste und anpassungsfähigste aller menschlichen Institutionen. Ein stabiles Familiensystem sorgt für Sicherheit und Zusammenhalt.“

Text und Foto: Xaver Ostermayr